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14.02.2003,
06:22 Uhr, Bremerhaven-Lehe
Der "Zugbegleiter" (Schaffner) im RE kümmert sich heute weniger um die Gültigkeit der Fahrausweise.
Er ist vielmehr
eifrig am zählen, wie viele Fahrgäste im Zug sitzen.
Da kann sich Fahrgast ja schon auf den kommenden, gestrafften Fahrplan freuen!
Auf der Rückfahrt steht es auch wieder Spitz auf Knopf.
Eine "Weichenstörung" ist angeblich diesmal der Grund für die um zehn Minuten verzögerte Bereitstellung und Abfahrt des RE um 14:53 Uhr. Stress pur: Schaffe ich den Anschlusszug?
13.02.2003,
16:40 Uhr, Bremen Hbf
Wenn sich die Zahl der "Störfälle" weiter in diesem Tempo erhöht wie in letzter Zeit, dann komme ich mit dem Führen dieses Tagebuchs bald nicht mehr nach.
Nein, heute ist nicht Freitag der Dreizehnte, dann hätten abergläubische Menschen sicher eine Erklärung gehabt für den heutigen Störfall.
Das (bekannte) Szenario:
RB Gleis 7, Abfahrt 16:32,
RE Gleis 8, Abfahrt 16:53 Uhr.
Die RB steht voll besetzt um 16:50(!) Uhr immer noch abfahrbereit an Gleis 7. Warum sie nicht abfährt weiß nur
"das Netz" (Stellwerk Hannover).
Der RE wird 16:55(!) Uhr an Gleis 8 gegenüber bereitgestellt.
Na, denke ich Tor, heute müssen sie den RE vor der RB abfahren lassen.
Und so geschah es dann auch. Mit dem kleinen Unterschied, dass plötzlich die "Beförderungsfälle" (Fahrgäste)
aus beiden Zügen sich im RE gegenseitig auf die Füsse treten und aus dem RE eine RB wird. Im Klartext: Kombi-Pack mit Halt an jedem
Bahnhof unterwegs.
So hat man schon mal einen Test für den nächsten Fahrplan und kann Züge besser auslasten. Zum Nachteil derer, die in Bremerhaven einen
Anschlusszug erreichen wollen!
In der Folge stand ich mir eine Stunde lang auf dem Schmuckstück Bahnhof Lehe die Füsse in den Bauch, um auf die RB
nach Cuxhaven um 18:47 Uhr zu warten ...
Kein Wort des Bedauerns seitens der Zugbegleiter, ganz so, als wäre das alles selbstverständlich!
Ich wäre ja flexibel, wenn es um die Rückfahrt geht. So könnte ich auch den RE um 17:58 Uhr nehmen. Aber ich
weiß genau, wenn ich mich für DEN entscheide, dann fährt DER nicht. Und umgekehrt.
09.09.2002,
05:52, Bremerhaven-Lehe
Vereehrte Leser, nicht dass Sie denken bei der Bahn hätte sich
alles zum Besseren gewandt, nur weil hier längere Zeit kein neuer
Tagebucheintrag mehr zu lesen ist. Ganz im Gegenteil, die Bahn ist
weiterhin der Ansicht, dass Züge mit bis zu 15 Minuten
Verspätung *pünktlich* sind, dass Türen auch mal
klemmen und Toiletten über einen längeren Zeitraum
defekt sein dürfen.
Heute war denn auch mal wieder eine der Bahnsteig-Durchsagen
fällig, wo Stammkunden bereits nach den ersten zwei Worten wissen,
dass der Tag einen anderen Verlauf nehmen wird: "Auf Gleis drei,
ähhh, -lange Pause- Vereehrte Fahrgäste, die Regionalbahn nach
Bremen Hauptbahnhof fällt wegen eines Lokschadens heute leider
aus. Bitte benutzen Sie ..."
Man muss sich das so vorstellen, dass am Vortag der Zug in Lehe
über Nacht abgestellt wird und am Morgen kommt der Lokführer
und sagt "Öhh, meine Lok ist defekt, da wird heut' nix".
Ich glaube eher, dass wegen der Baustelle zwischen Lübberstedt und
Osterholz der Verkehr "entstresst" werden sollte und Züge deshalb
bewusst ausfallen. Nur sollte man halt den Mut aufbringen, und dies den
Fahrgästen auch sagen. Rechtzeitig, versteht sich.
Bleibt noch die Anmerkung, dass der RE, auf den ich ausweichen musste,
seinerseits 20 Minuten verspätet in Bremen ankam. Was soll's, ich
habe meine Ansprüche an die Bahn mittlerweile derart reduziert,
dass ich schon froh bin, wenn ich nach Antritt der Fahrt überhaupt
am Ziel ankomme. Wie und wann spielt dabei schon fast keine Rolle mehr.
Noch 3 Jahre, 7 Monate und 11 Tage. Erst dann ist für mich der
"Alptraum Bahn" (hoffentlich) zu Ende ...
26.02.2002,
16:20, auf freier
Strecke vor Wulsdorf
Die Fahrt von Bremen nach Wremen dauert diesmal nur knapp
viereinhalb Stunden. Über drei Stunden Sitzen und Warten, bei
Kälte und Sturm, auf freier Strecke. Im Zug war vom Wind relativ
wenig zu spüren, die Kälte kroch allerdings rasch die
Beine hoch, eindringendes Regenwasser umspült in Rinnsalen die
Füsse. Grund für den unfreiwilligen Stopp: Die Lok hat mit
lautem Knall die Oberleitung herunter gerissen. Unwillkürlich
denke ich an Eschede und den geplatzten Radreifen. Der Zug kommt nach
einer Notbremsung zum Stillstand, ist ohne Energieversorgung
und lebt fortan von Notstrom. Das bedeutet: Keine Heizung, keine
Toilettenspülung, die Türen gehen nur mit Schaffner's
Hilfe auf ... Wenigstens ging das Licht nicht aus. Und das war
auch gut so, denn aus dem späten Nachmittag wurde Abend.
Nach einer Stunde Warten begutachtet ein Notfall-Manager den Schaden.
Nach einer weiteren halben Stunde merkt man, dass es wohl ohne die Hilfe
der Feuerwehr Loxstedt nicht geht und alarmiert diese.
Unter den Fahrgästen kommt Heiterkeit auf. Wird damit Angst oder
Frust überspielt? Handies bimmeln pausenlos, mein Sitznachbar
liefert zu jeder Viertelstunde den immer gleichen Statusbericht an seine
Familie. Eine Frau outet sich, dass sie heute Geburtstag hat, der nun
wohl ohne sie gefeiert wird. Eine Schulklasse tobt durch die
Wagen. Die Kinder sehen den Vorfall als Abenteuer und befragen
mit strahlendem Lächeln jeden Fahrgast persönlich mit
Bleistift und Papier in der Hand: "Haben Sie Angst?"
Im Schein des Vollmondes schleppt uns endlich eine Diesellok in den
Bremerhavener Hauptbahnhof.
Heute wäre ich mit dem Fahrrad schneller gewesen, siehe Eintrag
28.01.2002 unten.
-pv
28.01.2002,
15:45, Hauptbahnhof
Bremen
Die Fahrt von Bremen nach Wremen dauert diesmal nur knapp drei
Stunden. Abfahrt um eine halbe Stunde verspätet.
Warten in Bremerhaven. Hier wiederum verspätete Abfahrt.
Eine echte Glanzleistung, wenn man bedenkt, dass meine Bestzeit
mit dem Fahrrad von Bremen nach Wremen 03:16 Std./Min. ist ...
-pv
02.07.2001,
15:45, Hauptbahnhof Bremen
Ein wunderschöner Sommertag, blauer Himmel,
weiße Wolken, angenehme Temperatur - ein Tag zum Hemd hoch heben.
Warten auf den Regional-Express (RE) nach Bremerhaven,
planmäßige Abfahrt 15:52, der sonst um diese Zeit auf Gleis
Acht bereitgestellt ist. Ankündigung einer
5-10-minütigen Verspätung, weil wieder einmal erst
kurz vor der Abfahrt bemerkt wird, dass die Lok defekt ist. Na, denke
ich, könnte knapp werden in Bremerhaven.
Auf dem Nachbargleis wird die Regionalbahn (RB), ebenfalls mit Ziel
Bremerhaven bereitgestellt. Abfahrt 16:02. Inzwischen steht auch der
verspätete RE abfahrbereit auf Gleis Acht.
Und was nun folgt, ist mit menschlichem Verstand nicht zu fassen: Da
lassen diese Dumpfbacken den Milchkannen-Express VOR dem RE abfahren,
wohl wissend, dass (a) der RE verspätet ist und (b) im RE
die Fahrgäste sitzen, die auf den Anschluß in
Richtung Cuxhaven DRINGEND angewiesen sind, weil sonst EINE
STUNDE Wartezeit droht!
Der verspätete RE zuckelt also bis
Osterholz der RB hinterher und vergrößert die Verspätung
auf nunmehr nicht mehr aufholbare 15 Minuten!!!!
Gedankenlosigkeit?
Absicht? Wurstigkeit? Überforderung?
Herzlichen Glückwunsch zu dieser strategischen Meisterleistung,
liebe Mitarbeiter der Bahn!
Es kam, wie es kommen musste: Die RB nach Cuxhaven war weg.
Ich schenke der Bahn einmal mehr eine
Stunde meiner Freizeit. Und sie schenkt mir im Gegenzug eine
verschlossene Toilette in Bremerhaven Hbf. Mit voller Blase wartet es sich ganz besonderes
angenehm ...
-pv
21.12.2000, 05:30, 5 Grad Minus, kalter
Ostwind, Bahnhof Wremen
Warten auf die Regionalbahn, planmäßige Abfahrt 05:36.
Die Bahn kommt. Um 05:49.
Bremerhaven-Lehe. Stadtexpress nach Bremen natürlich weg.
Warten auf den Interregio, 5 Grad Minus, kalter Ostwind.
IR kommt. Wagen 9, keine Heizung, nur notbeleuchtet.
Bremerhaven Hauptbahnhof. 5 Minuten nach planmäßiger Abfahrt
rollt der IR rückwärts(!) wieder in Richtung Lehe, kommt dann
wieder auf einem anderen Gleis zu stehen. Durchsage an die
Fahrgäste: 15 Minuten verspätete Abfahrt.
Licht in Wagen 9 fällt ganz aus, Heizung ist und bleibt
kalt, kein Wort des Bedauerns oder gar eine Entschuldigung seitens des
Zugführers, der sich wohl schämt, mit der Taschenlampe den
Fahrschein zu kontrollieren und deshalb ganz auf die Kontrolle
verzichtet. Mit 20 Minuten Verspätung endlich in Bremen.
Wieder einmal 20 Minuten Freizeit der desolaten Bahn geopfert,
wieder diese Wut im Bauch und wieder die Gewissheit, dass sich nichts
ändern wird auf absehbare Zeit.
-pv
20.03.2001,
Das
Unternehmen schlägt erneut zu ...
Wir schreiben den 19. März 2001. An diesem Morgen stehe ich
frühmorgens am Haltepunkt Wremen und warte -wie jeden Tag- auf die
Regionalbahn, die mich um 5:36 nach Bremerhaven bringen soll.
Kälte, Schneefall und starker Wind lassen von Anfang an
Befürchtungen aufkommen bezüglich der Zuverlässigkeit der
Bahn AG. Nach einer Wartezeit von über einer halben Stunde in der
Kälte dann die Gewissheit: Die Bahn kommt nicht zu spät,
sondern gar nicht. Abmarsch im Schneetreiben nach Hause. Um sieben Uhr
starte ich einen neuen Anlauf, an diesem Tag doch noch an meinen
Arbeitsplatz in Bremen zu kommen. Wieder stehe ich, diesmal im Verein
mit vielen Schülern, am Haltepunkt Wremen und warte auf die
Regionalbahn. Richtig! Der Leser ahnt es schon: Umsonst! Entnervt gebe
ich endgültig auf heute noch mit Hilfe der Bahn doch noch nach
Bremen zu kommen und verschenke acht Stunden von meinem Zeitkonto.
Verschenken, denn die Bahn haftet bekanntlich nicht für
Schäden, die durch eigenes Unvermögen entstehen. Aber was
erwartet der Fahrgast, intern "Beförderungsfall" genannt, denn noch
alles für knapp 400 Mark, die eine Monatskarte kostet?
Pünktlichkeit? Information? Service? Zuverlässigkeit? Derweil
überlegt man in der Berliner Zentrale, wie man sich am besten die
Konkurrenz vom Leibe hält, damit bloß alles so bleibt, wie es
ist. Mit Erfolg. Denn Verkehrsminister Bodewig's Versuch, der Bahn die
Schiene wegzunehmen, um für gesunden Wettbewerb zu sorgen, ist
vorerst vom Tisch.
In dieses Bild passt dann auch trefflich ein
unglaublicher Vorfall, den Renate Samsel schildert und den
sie zur Veröffentlichung freigegeben hat. Dem ist nichts mehr
hinzuzufügen ...
-pv
Renate's Bericht
An alle - auch zum weiterverbreiten
!!!!
Ich moechte eine Geschichte erzaehlen, die
heute passiert ist und die mich ziemlich aufgewuehlt und
beschaeftigt hat: ich hatte Besuch von meiner 13 Jahre alten
Nichte Elisa und Ihrer Freundin Johanna aus Luebeck. Sie waren am
Freitagabend mit dem Zug gekommen. Elisas Eltern, meine Schwester
und mein Schwager hatten die beiden mit dem Auto von Luebeck nach
Hamburg gefahren, dort in den Zug nach Cuxhaven gesetzt, wo ich
sie dann wieder mit dem Auto abgeholt habe. Heute, am Sonntag
sollte es so auch wieder zurueckgehen mit dem Unterschied, dass
mein Schwager mit dem Zug von Luebeck nach Hamburg gefahren ist,
um dann die beiden Maedchen in Empfang zu nehmen und mit ihnen
zusammen mit dem Zug nach Luebeck zurueckzufahren. Ich habe Elisa
und Johanna heute am Sonntag um 15.52 Uhr in Cuxhaven wie
verabredet in den Zug gesetzt und bin dann wieder nach Hause
gefahren. Kaum in Wremen wieder angekommen ruft meine Schwester
ganz aufgeloest an: Die Maedchen stehen in Himmelpforten auf dem
Bahnsteig, der Schaffner hat sie aus dem Zug gesetzt, Elisa hatte
gerade vom Bahnsteig dort angerufen. Der Grund: Elisa ist
Diabetikerin und hat einen Behindertenausweis, mit dem sie bisher
immer eine Begleitperson auf Reisen mitnehmen konnte, diesmal also
ihre Freundin Johanna. Das hat bis Freitagnachmittag niemanden
gestoert. Der Schaffner im Zug am Sonntag, den 18.3.01, der um 15.52
in Cuxhaven Richtung Hamburg losgefahren ist, monierte nun den
Behindertenausweis und verlangte den Fahrpreis nach. Inwieweit er
Recht hatte oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Er war jedoch
der erste, der eine andere Auslegung der Vorschriften hatte. Die
beiden sind mit ihren Argumenten nicht weiter gekommen und hatten
auch nicht mehr genug Geld, um die Fahrkarte von Cuxhaven nach
Hamburg nachzuloesen, sondern konnten nur noch den Betrag fuer
eine Fahrkarte von Cuxhaven nach Himmelpforten aufbringen.
Daraufhin setzte der Schaffner die beiden 13jaehrigen Maedchen,
eine mit einem Diabetes und einem Behindertenausweis trotz Flehen
der beiden aus dem Zug. Und die Erwachsenen im Abteil haben laut
Elisa aktiv weggeguckt, sich nicht gekuemmert und sogar noch
gefeixt !!!! Wie ging das aus ? Ich bin nach Himmelpforten kurz
vor Stade gefahren, habe die beiden an diesem Bahnhof aufgepickt
und bin Richtung Hamburg gefahren. Fuer die, die noch nie in
Himmelpforten waren: Es gibt dort einen zwar geschlossenen aber
ungeheizten Raum, wo eine furchtbare Luft drin war, dort sassen
die beiden allein und verlassen und hatten auf mich ca. eine
Stunde warten muessen. Zur Erinnerung: Es schneite, es lag
Schneematsch auf der Strasse und die Temperatur lag kurz unter dem
Gefrierpunkt. Mein Schwager konnte in Hamburg erreicht werden, er
nahm den naechsten Zug zurueck nach Luebeck, stieg dort in das
Auto und fuhr los Richtung Hamburg. Wir trafen uns dann nach
heftigem Handykontakt in Rade, die Maedchen stiegen um und wir
fuhren in entgegengesetzten Richtungen wieder nach Hause. Wer hat
einen guten Tip, wie diese unglaubliche Geschichte weiter
verfolgt werden kann, dass kein Schaffner je mehr sich traut,
hilflose Menschen aus dem Zug zu setzen ? Und wie kann man
erreichen, dass die Menschen mehr Anteilnahme und
Hilfsbereitschaft zeigen ????
Renate
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06.02.03, 05:30, Wremen
So wie der Chaos-Tag gestern endete, so fängt der neue an.
Warten bei Kälte und Dunkelheit bis es zur Gewissheit wird: Die RB
aus Cuxhaven fällt ersatzlos aus.
Ein Leidensgenosse mit Auto nimmt mich liebenswerterweise mit zum Hauptbahnhof
Bremerhaven, damit wir dort wenigstens den RE um 06:28 Uhr erreichen.
Auf der abendlichen Heimfahrt versicherte mir ein Kumpel, der einen Zug später fährt, dass auch die RB aus Cuxhaven, planmäßig 07:03 Uhr, eine halbe Stunde Verspätung hatte. Der RE um 07:22 ab Lehe wartete nicht, wie denn auch! Ohne den oben erwähnten glücklichen Umstand wäre ich heute nicht vor neun Uhr nach Bremen gekommen, obwohl mein Wecker kurz vor Fünf klingelt! Knapp vier Stunden um 77 Bahnkilometer weiter zu kommen! Glückwunsch zu dieser satten Leistung! Es lebe das Monopol!
Bei der Gelegenheit kann man auch mal sagen, was so eine DB-Monatskarte zur Zeit kostet: 182,20 Euro. Für ca. 20 Hin- und Rückfahrten eine Menge Geld. Bei der derzeit gebotenen Gegenleistung fast schon Wucher!
Generell bleibt anzumerken, dass die Zustände bei der Bahn immer schlimmer werden! Die Vielzahl der Vorkommnisse allein in den ersten zwei Monaten des Jahres lassen für die Zukunft nichts Gutes erwarten. Der Fahrplan ist bloß noch eine unverbindliche Absichtserklärung ...
05.02.03, 17:58, Bremen
Heute ist "Schienenersatzverkehr" angesagt, sprich Busfahren. Wegen
irgendeiner Störung fahren keine RE's zwischen Bremen und
Bremerhaven. Der Bus quält sich durch den Feierabendverkehr bis Bremerhaven, wo der Anschlusszug längst weg ist.
Ergebnis: Ankunft in Wremen um 20:00 statt 18:57 Uhr.
23.01.03,
16:53, Bremen
Man soll eben den Tag nicht vor dem Abend loben. "Das Netz", so wird
die Leitstelle Hannover bahnintern bezeichnet, und seine Betreiber (lt.
Bahnmitarbeiter "alles Studierte und Besserwisser" ...) spielte heute
wieder seine gesamte Intelligenz aus. Der am 02.07.2001
beschriebene Vorfall wiederholte sich exakt so wie dort geschildert! Wieder
fährt die RB knapp 20 Minuten verspätet raus, wieder
bummelt der RE hinterher, ohne in Osterholz die Chance zum
Überholen der RB zu nutzen! Wieder beteuert der
Lokführer, dass er nur seine Pflicht tue. Wieder
erklären die Zugbegleiter, dass sie von unterwegs ihre Dienststelle
anrufen und zu hören bekommen "wir rufen gleich zurück!". Und
niemand ruft zurück. Wieder stehen sich Fahrgäste in
Bremerhaven-Lehe 45 Minuten lang die Füße in den Bauch, um
auf den nächsten Zug nach Cuxhaven zu warten!
Daraus kann ich nur schließen, dass die "Studierten" in der
Leitstelle Hannover in ihrer Arroganz und Selbstgefälligkeit
einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen, wie der Alltag auf den
Bahnhöfen aussieht.
Wo bleibt das "Ohr an der Basis"?
Gibt es ein Vorschlagswesen bei der Bahn?
Werden Mitarbeiter ermutigt, konstruktive Kritik zu üben und
Mißstände beim Namen zu nennen, ohne Nachteile
befürchten zu müssen?
Werden Beschwerden der Fahrgäste zur Kenntnis genommen?
Ist das Management überhaupt willens etwas zum Vorteil der
Reisenden zu ändern?
Derweilen sitzt in ebendiesem Hannover ein Herr Gabriel und
will am Sonntag wiedergewählt werden. An die 5000
Pendler-Stimmen wären ihm sicher, wenn endlich mal Druck auf
dieses marode Unternehmen ausgeübt würde! Schließlich
bezahlt das Land Niedersachsen die Leistung Nahverkehr. Dann sollte man
sich nicht scheuen Leistung und Qualität zu überprüfen
und bei Bedarf auch einzufordern!
Ich habe bedingt Verständnis bei Störungen, die durch
höhere Gewalt verursacht werden. Wobei man durchaus streiten kann
darüber, ob nicht bei vereister Oberleitung eine Diesellok einen
ICE in den nächsten Bahnhof schleppen kann, statt diesen voll
besetzt 16 Stunden lang einfach stehen zu lassen. Der
überwiegende Teil der "Störungen" aber ist hausgemacht:
Schrott, wo man hinschaut. Loks der DB-Cargo stehen im Fünferpack
auf den Gleisen herum, dürfen bei Bedarf aber angeblich nicht
verliehen werden. Bisweilen sind mehr Türen defekt als benutzbar,
Toiletten dito. Züge fahren nicht nur unterwegs
Verspätungen ein, nein, sie können nicht einmal
pünktlich bereitgestellt werden! Dafür werden die
größeren Bahnhöfe im Minutentakt gewischt und gewienert, als ob es nichts Wichtigeres zu tun gäbe. Am
dringlichsten aber scheint mir, dass die Krawattenträger in der Leitstelle ("Das Netz") sich öffnen und bereit sein müssen, die ihnen bekannten Unzulänglichkeiten abzustellen.
Mit Hochnäsigkeit, Arroganz und Besserwisserei wird sich die Lage
nie zum Besseren wenden.
Ein Wort noch an die Volksvertreter:
Wie wär's denn mit einer Woche DB-Nahverkehrserlebnis, statt ICE, Dienstwagen und Flugbereitschaft? Nur so, zum besseren Verständnis.
Flexibel und mobil soll der moderne Arbeitnehmer sein. Immer mehr wird ihm zugemutet.
Diejenigen, die solche Forderungen stellen, sollen dann wenigstens
dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz auch erreicht werden kann,
ohne dass sich die Betroffenen dabei Magengeschwüre holen!
23.01.03, 07:22, Bremerhaven-Lehe
RE wird mit 10-minütiger Verspätung in Lehe bereitgestellt.
Grund lt. Durchsage Bremsstörung ...
23.01.03, 07:03, Wremen
RB nach Bremerhaven-Lehe: Druckluft blockiert die Türen;
Einsteigen nur mit Gewaltanwendung möglich. Der Lokführer
guckt teilnahmslos zu, wie die Fahrgäste an den Türen reissen
...
21.01.03,
07:22, Bremerhaven-Lehe
RE wird mit 15-minütiger Verspätung in Lehe bereitgestellt.
Grund lt. Durchsage Triebwerkschaden ...
20.01.03,
05:53, Bremerhaven-Lehe
RB wird mit 15-minütiger Verspätung in Lehe bereitgestellt.
Grund unbekannt ...
16.12.02,
05:30, Wremen
Heute war für die Bahn AG der Tag X. Auch für ihre Kunden
schlug die Stunde der Wahrheit. Die Einführung des neuen Fahrplans
-mit den gewohnten Verschlechterungen für Pendler- ging diesmal
einher mit den von Bahnmanagern hochgelobten, "neuen Preise mit
System". Damit wird nun endgültig jede Fahrt zum Schnäppchen,
zumindest für Frühbucher, Familien, Großgruppen und
Bahncard-Besitzer, glaubt man den Ausführungen der Erfinder.
Na, denke ich, wenn das so ist, dann kannst Du mit Deiner lieben Frau
ja mal den Jahreswechsel in Tirol verbringen.
Also, ab ins Internet zur Bahn.de und ein Sparticket buchen. Bislang
kostete so ein "Super-Sparpreis-Ticket" 120 D-Mark, damit konnte ein
Erwachsener innerhalb Deutschlands hin und zurück reisen, egal von
wo nach wo.
Drei Wochen vor dem Reisetermin sollten allemal ausreichen, einen
Spar-Fahrschein zu erhalten, zumal ein Wochenende zwischen Hin- und
Rückfahrt liegt. Nach der Eingabeorgie, man muss sich bekanntlich
auf eine ganz bestimmte Verbindung für die Hin- und Rückfahrt
festlegen, sehe ich die Buttons "Hin- und Rückfahrt nicht mehr
verfügbar", "Normalpreis buchen", "immer verfügbar" (mit grünem!
Häkchen) und schließlich den Preis: 327,90. Nicht D-Mark,
sondern Euro! Dafür kann ich mich eine Woche irgendwo in die Sonne
legen, mit Flug und allem Drum und Dran.
Weil ich das Ergebnis des elektronischen Buchungsautomaten anzweifele,
gehe ich tags darauf ins Bremer Reisezentrum der Bahn und will dort
buchen. Und wie denken Sie, ging die Geschichte aus? Nach
15-minütiger Wartezeit und langem hin-und-her-eiern des
Servicemenschen und seinem Versuch, mir eine Fahrt in der 1. Klasse
anzuschwatzen, bleibt es dabei: Normalpreis ja, sonst nein.
So viel zum "neue Preise mit System" und meinen (Fern)Reiseplänen
mit der Bahn.
Es stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt ein Kontingent? Wer kann dies
überprüfen? Oder herrscht hier nichts als die reine
Willkür?
Doch zurück zum Thema. Weil heute mit dem neuen Fahrplan der
Regional-Express um 15:52 Uhr ab Bremen ersatzlos gestrichen wurde,
verlängere ich halt meinen Arbeitstag um eine Stunde und nehme den
RE um 16:53. Der fährt pünktlich 10 Minuten zu spät ab.
"Ja", meint der Zugbegleiter auf meine Bitte, dass ich gerne den
Anschluss nach Cuxhaven erreicht hätte, "den kriegen Sie noch."
Die Bremerhavener Taxifahrer dürften sich heute Abend gefreut
haben: Sie brachten die ca. 60 Reisenden, die Richtung Cuxhaven wollten,
schließlich an ihre Reiseziele. Die RB nach Cuxhaven war diesmal
nicht weg, sondern fuhr erst gar nicht! Einer dieser
Uralt-Dieseltriebwagen hatte wohl die Schnauze endgültig voll und
still für sich beschlossen, keinen Meter mehr für diese Bahn
zu fahren: Exitus! Ersatz steht kurzfristig nicht zur Verfügung
für solche Fälle. Braucht auch nicht, denn mit dem Fahrschein
erhält der Inhaber nur das Recht von A nach B befördert zu
werden.
Und die Bahn bestimmt, wann dies geschieht und wie!
Wie praktisch!
26.09.2002, 16:00, Bremen Hbf
Wer kontrolliert eigentlich die
Zugbegeleiter bezüglich Einsatzfreude, Verhalten und Motivation?
Dem Anschein nach niemand. Wie sonst ist es zu erklären, dass
immer dann, wenn bei Verspätungen Fahrgäste den Grund der
verzögerten Abfahrt erklärt haben oder Fragen bezüglich
der Erreichbarkeit von Anschlüssen stellen möchten,
just keine Kontrolle stattfindet und damit kein
Bahn-Angestellter im Zug ansprechbar ist?
Wäre auch zu viel verlangt, weil mit Arbeit verbunden, mit dem
Handy kurz nachzufragen und den Fahrgästen das Ergebnis mitzuteilen!
Sonst, wenn zufällig mal eine
Fahrt normal verläuft, werden süßliche Belanglosigkeiten
ohne Ende per Lautsprecherdurchsage verbreitet. Dann, wenn's angebracht
wäre, herrscht Totenstille!
05.11.2001,
05:39, Haltepunkt Wremen
Ich liege mit eingeklemmtem Bein im verdreckten Mittelflur des
Triebwagens. Nachdem die Türe beim Einsteigen sich nur unter
extremer Kraftanwendung einen Spalt breit öffnen ließ so
dass ich mich durchzwängen konnte, schließt sie sich
auch schon wieder. Es gelingt mir schließlich mein Bein zu
befreien.
Da Zugbegleiter auf dieser Strecke neuerdings eingespart werden und ich
nicht den Eindruck hatte, dass der Lokführer den Vorfall bemerkt
hat, kann ich nur noch feststellen: Was muß noch alles geschehen,
bevor die Bahn AG aufwacht!? Es ist ganz einfach unverantwortlich, mit
derartigem Schrott den Nahverkehr Bremerhaven - Cuxhaven zu bedienen,
noch dazu ohne Zugbegeleiter!
Beim Umsteigen am Bahnhof Lehe spricht mich der
Lokführer, der den Vorfall doch bemerkt hatte, von sich aus
an. Er entschuldigt sich bei mir und erklärt, dass sich
ohne sein Zutun die Türen geschlossen hätten, dass dieses
Problem bekannt sei und er die ganze Nacht versucht hätte,
dies zu beheben. Ich halte ihm erregt vor, dass ich diese Bahn zum
Kotzen finde. Wir sind uns einig, dass der Bahnbetrieb, so wie
er sich momentan darstellt, eine Zumutung für den Bahnkunden
ist.
Ich nehme seine Entschuldigung an, immerhin eine menschliche
Regung in einem unmenschlichen Betrieb.
-pv
April
2000
Mehr
schnelle Züge zwischen Bremen und Bremerhaven ...
Toll! Pendler's Traum geht endlich in Erfüllung. Weniger
Halte, kürzere Fahrzeiten, Anschlußzüge warten
abfahrbereit, moderne Fahrzeuge (Werbung DB Regio AG). Wow! So viel auf
einmal, und so schnell? Man reibt sich erstaunt die Augen, glaubt zu
träumen: Stundentakt, kein Gedränge mehr auf dem Bahnsteig,
nie mehr Stehen im Zug oder auf einen Anschlußzug warten ...
Jetzt müsste sich die Bahn AG nur noch an den Fahrplan
halten und pünktlich verkehren.
Der aufmerksame Leser stutzt spätestens dann, wenn er die
Gültigkeitsdauer des neuen Fahrplans liest: 28. Mai bis 4.
November 2000. Warum gerade der 4. November, wo die Pläne sonst
ein Jahr gelten? Und, beginnt nicht im Juni die EXPO 2000 in Hannover?
Schämt man sich etwa vor den Gästen aus aller Welt und
präsentiert deshalb den neuesten doppelstöckigen
Regionalexpress?
Aus der Traum. Ab November dann, wenn der EXPO-Rauch sich
verzogen hat, wieder business as ususal. Doppelstöcker raus, RE's
streichen und dafür kein IR mehr. Trotzdem werde ich bis November
geradezu lustvoll pendeln. Danke, EXPO!
-pv
Moderne
Regionalbahn Bremerhaven - Cuxhaven
Thema:
Welche Türe nehmen wir denn heute?
Die Bahn macht Ernst mit der Modernisierung! Seit kurzem verkehrt an
Stelle der alten Züge ein noch älterer Diesel-Triebwagen auf
der o.g. Strecke.
Über die Herkunft des Triebwagens wird man spätestens beim
Betrachten des Regionalnetzplans NRW (Ruhrgebiet)
aufgeklärt, der an den Wänden im Einstiegsbereich der drei
Wagen pappt. Da hat man also flugs den Schrott, den man dem
anspruchsvollen Kölner Fahrgast nicht mehr zumuten mochte,
in unseren Raum verschoben!
Vollends zu Recht! Denn wenn im Ruhrgebiet die Fahrgäste
jeden Tag rätseln müssen, an welcher Türe sie ein- und
aussteigen können dann hagelt es vermutlich Beschwerden.
Die Verantwortlichen der Bahn AG trauen der Wurster
Bevölkerung also eine hohe Leidensfähigkeit zu, sonst
hätte man diesen Triebwagen ausgesondert, statt ihn hier in unserer
Region einzusetzen. Nebenbei bemerkt stellen
nicht funktionsfähige Türen im Notfall ein großes Risiko
für den Fahrgast dar. Aber die Bahn ist ja sicher, das
weiß man spätestens seit Eschede ...
-pv
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