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Vom PC-XT bis hin zum Internet

Last updated: 17.05.2003
Vom PC-XT bis hin zum Internet
Ein technischer Rückblick auf 11 Jahre Deichlauf


Von Amstrad_1512_DD.jpg: KoSderivative work: Ubcule (talk)
Amstrad_1512_DD.jpg, Gemeinfrei
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16670405

Gegen Ende der Sportwoche, genauer gesagt am 06. Juni, geht's im Wremer Sportzentrum wieder hoch her: Pünktlich um 17 Uhr wird Klaus Nitsch's Startschuß eine Schar begeisterter HobbyläuferInnen auf eine der zwei Strecken des mittlerweile 12. Wremer Deichlaufs schicken. Auf den ersten Blick unterscheidet sich unser Lauf nicht von anderen Volksläufen. Erst ein weiterer Blick hinter die Kulissen zeigt, daß eine gute Organisation in Verbindung mit hoch motivierten Helfern und konsequentem EDV-Einsatz einen großen Anteil am reibungslosen Ablauf -und damit auch am Erfolg- einer Laufveranstaltung hat. So wurde bereits bei der Deichlauf-Premiere im Jahr 1987 sowohl die Zeitnahme als auch die Ergebnisberechnung auf einem geliehenen(!) Amstrad PC-XT mit einem selbstgestrickten Programm unter dem Betriebssystem MS-DOS realisiert. Lediglich zum Erstellen der Urkunden waren drei schreibgewandte Damen im Einsatz. Bereits ein Jahr später übernahm das -bis heute laufend verbesserte- Programm auch diese Arbeit. Damit konnte endgültig auf die Schreibmaschinen verzichtet werden, die auch nach der Einführung des automatisierten Urkundendrucks für Notfälle -und zu meiner Beruhigung- vorgehalten wurden. Urkundenvordrucke wurden künftig als Endlosformular mit Lochrand in einer Druckerei in Auftrag gegeben und das Bedrucken der fast kartonstarken Urkunden mit den Ergebnissen übernahm dann am Tag X Renates "Heavy-Duty"-Drucker, der mich heute noch mit seiner Robustheit beeindruckt. Jeder normale Nadeldrucker hätte sich an dieser Aufgabe die Zähne ausgebissen.

Natürlich brachte jede noch so kleine Programmerweiterung oder -änderung auch neue Risiken mit sich. Die Gefahr, daß mal irgendwas nicht funktioniert, wenn's drauf ankommt, blieb von Lauf zu Lauf bestehen, trotz ausgiebiger Tests. Die Portierung des Programmes unter das Betriebssystem MS-WINDOWS mußte, nach reiflicher Überlegung, aus Stabilitätsgründen unterbleiben. Die gut zweihundert Urkunden würde WINDOWS nie ausdrucken können, ohne Mehrfach-Abstürze zu produzieren. Microsoft-Anwender wissen, wovon die Rede ist!

Die exakte und schnelle Auswertung des Deichlaufes per EDV sprach sich damals bald herum. So kam es, daß "Kalle" Michen, Organisator des Fischereihafenlaufes und mehrfacher Deichlauf-Teilnehmer, sich eines Tages mit der Bitte an Arno und mich wandte, ob wir denn bereit wären, die Wertung des 1. Fischereihafenlaufs zu übernehmen. Wir waren. Den Tag im September habe ich bis heute nicht vergessen. Von der Brücke des Museumsschiffes GERA aus (Start des Laufes 11 Uhr, um 10:40 war das Schiff immer noch fest verriegelt!), fernab des Geschehens und unter beengten Verhältnissen eine ordentliche Wertung durchzuführen, war nur mit Arno's unerschütterlichem Optimismus und der ihm eigenen humorvollen Gelassenheit denkbar. Auch unser Pilotversuch, die Startnummern und Zeiten der Läufer mit Notebook und Strichcode-Lesegerät im Zielraum von einer jungen und hübschen Dame erfassen zu lassen, scheiterte an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Läufer. Die pflegen mit mehr oder minder hohem Tempo die Ziellinie zu queren und lassen sich in der Regel durch nichts davon abhalten! Kurzum, wir kamen damals mit einem blauen Auge davon.

Zurück nach Wremen. Ein paar Jahre später konnten sich Teilnehmer nicht nur konventionell (mündlich, fernmündlich, schriftlich oder per Fax) für den Lauf anmelden, sondern, sofern sie einen eigenen PC Zuhause hatten und bei einem Online-Dienst angemeldet waren, auch per elektronischer Post (Email). Studenten hatten es diesbezüglich besonders leicht, denn an der Uni ist der Gratis-Internet-Zugang obligatorisch. Diese zusätzliche Anmeldeart hat enorme Vorteile für beide Seiten: Weil eine Emailadresse beim Empfang der Post sozusagen automatisch im "Adreßbuch" auf dem PC des Empfängers abgelegt wird, können die Absender später auf gleichem Wege mit Laufergebnissen versorgt, oder für den nächsten Lauf persönlich eingeladen werden. Bedauerlicherweise gingen relativ wenige Meldungen per Email ein. Trotzdem bin ich felsenfest davon überzeugt, daß über kurz oder lang das Versenden von Emails so normal sein wird, wie das tägliche Zähneputzen.

Seit Jahresanfang ist die Einladung und Ausschreibung des TUS Wremen zum Deichlauf nun auch im Internet zu finden. Das Netz der Netze verwandelt die Welt ein Dorf. Rund um die Uhr von jedermann erreichbar, stellt das Internet heute einen in Größe und Umfang nicht mehr zu überbietenden Informations-Supermarkt dar. Der Besucher der Deichlaufseiten kann die Ausschreibung bequem aufrufen und bei Bedarf selbst ausdrucken. Ein Anmeldeformular gehört ebenso zum Service wie das Blättern in der Ergebnisliste des Vorjahres. Der Gedanke, daß diese Seiten selbst im tiefsten amerikanischen Hinterland in wenigen Sekunden abrufbar sind, hat ohne Zweifel etwas faszinierendes an sich. Doch wem nützt ein Angebot im Internet, wenn niemand um dessen Vorhandensein weiß? Mit der Präsenz im Netz alleine ist es also nicht getan. Ergo müssen Seiten auch publik gemacht werden, wenn sie Beachtung finden sollen. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Ein erster Schritt könnte sein, seine Seiten bei allen möglichen "Suchmaschinen", wie z.B. "Yahoo!", registrieren zu lassen. Zur Registrierung reicht es meist aus, der Suchmaschine die URL (Startadresse seiner "Site" im Netz) zu benennen und dazu die passenden Suchbegriffe oder Stichworte, die das Angebot am besten beschreiben. Für viele "Surfer" sind Suchmaschinen die erste Anlaufstelle wenn sie "online" gehen und nicht wissen, ob ein bestimmtes Angebot vorhanden ist, und wenn ja, wo es zu finden ist. So ist zum Beispiel bei "Yahoo!" der Deichlauf mit dem Stichwort "Wremer" oder "Wremer Deichlauf" oder "Deichlauf" leicht zu finden. Eine weitere Möglichkeit, seine Seiten im Web bekannt zu machen, stellt das Setzen sogenannter "Links" (Verweis auf eine Adresse) auf Seiten von Anbietern, die ihrerseits gut besucht werden. Auf meine Bitte hin hat der Betreiber desBremerhaven-City-Netzes (http://www.seeyou.de) freundlicherweise auf der Hauptseite einen Verweis auf den Deichlauf eingefügt. Somit kann jeder Besucher des Bremerhaven-City-Netzes per Mausklick einen virtuellen Ausflug zum Deichlauf machen, wenn ihm danach ist. Das Thema Internet ist schier unerschöpflich, der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt - wohl aber dem Platzangebot in diesem Heft!

Nochmals zurück nach Wremen. Nicht-Surfer finden irgendwo in diesem Heft die ganz normale Ausschreibung für den 12. Wremer Deichlauf. Surfer und Cybernauten steuern

http://www.valentinitsch.de


an. Die Anmeldung zum 12 . Wremer Deichlauf landet in jedem Fall auf meinem Tisch.

-pv
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